Teppiche im Detail: Wissenswertes zu unseren Lieblingsstücken

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In diesem Beitrag:

1. Wertentstehung eines Teppichs
2. Handgemachte Teppiche: Perfekt Imperfekt
3. Wie berechne ich die Knotendichte eines Teppichs?
4. Was bedeutet bei einem Täbriz die Bezeichnung 35, 50, 60 oder 70 Raj? 
5. Was bedeutet bei einem Nain Teppich die
    Bezeichnung 12, 9, 6 oder 4 La?

 

 Lesedauer: Ca. 4min

 

1. Wertentstehung eines Teppichs

Teppiche sind unsere Leidenschaft. Ein Stück lange Tradition begleitet diese Handwerkskunst. Unzählige Stunden Arbeit für jeden Einzelnen.

Normalerweise wird der Wertunterschied zwischen zwei ähnlichen Teppichen durch unterschiedliche Knüpfdichten der Knoten bestimmt. Dabei wird die Knüpfdichte in der Knotenanzahl pro m² gemessen. Allerdings ist die Knotendichte bei Orientteppichen nicht das alleinige Argument für deren Wert. Es ist auch wichtig, welche Materialien eingesetzt wurden und wie gut dabei beispielsweise die Wollqualität ist. Weiterhin ist bei Seidenteppichen der reale Seidenanteil von Bedeutung für den Wert des Teppichs. Ebenso kommt es aber auch auf die Verarbeitung und die Schönheit der gefertigten Muster an. Es gibt für den Wert eines Teppichs also viele verschiedene Faktoren, die man berücksichtigen sollte.

  

2. Handgemachte Teppiche: Perfekt Imperfekt 

Alle Teppiche sind feinste Handarbeit. Eine Tradition und Technik, weitergegeben und gelehrt über Generationen. Es wird präzise und detailliert, sehr hart und lange gearbeitet um einen Teppich zu erschaffen. Sie brauchen sich also durchaus keine Gedanken bezüglich der Qualität Ihres Teppichs machen. Leichte Unregelmäßigkeiten sind bei originalen, handgefertigten Teppichen können auftreten und sind ganz normal. Unsere handgefertigten Orientteppiche werden individuell ohne Zeichnungen oder Modelle von den jeweiligen Knüpfern hergestellt und weisen immer Abweichungen in Design, Geradheit, Verarbeitung, Farbe oder Größe auf. Das macht es zu dem was es ist, ein Kunstwerk.

Unterschiedlich lange Fransen, eine leicht verzogene Form oder Unregelmäßigkeiten in den Farben sind somit ein Beweis für die Echtheit des Teppichs und sollten als Teil des Charmes und der Einzigartigkeit des Teppichs angesehen werden und tragen zu dessen Gesamtwert bei. 

Ein besonders schönes Beispiel dafür sind Die Musterung von Kelim Teppichen entsteht durch die farbigen Schussfäden, die in die Kettfäden gewebt werden. Für jede neue Farbe muss in jeder Reihe ein neuer Faden benutzt werden. Die Fadenenden werden mit eingearbeitet. Das hat zur Folge, dass zwischen zwei unterschiedlichen Farbbereichen ein schmaler Schlitz im Gewebe entsteht. Daher werden diese handgewebten Teppiche auch als Schlitzkelims bezeichnet.

 

3. Wie berechne ich die Knotendichte eines Teppichs?

Die Knotendichte eines Teppichs ist die Anzahl der Knoten pro Quadratmeter und kann für jeden handgeknüpften Teppich leicht berechnet werden. Wählen Sie einfach eine gerade Stelle auf der Rückseite des Teppichs und zählen Sie die Anzahl der Knoten entlang einer 1 cm langen Linie, sowohl vertikal als auch horizontal. Multiplizieren Sie die Zahlen miteinander und multiplizieren Sie dann Ihre Antwort mit 10.000. Ein Beispiel - drei Knoten horizontal und vier Knoten vertikal = 12 x 10.000 = 120.000 Knoten pro Quadratmeter.

 

4. Was bedeutet bei einem Täbriz die Bezeichnung 35, 50, 60 oder 70 Raj?

Bei einem Täbriz.Teppich wird die Feinheit des Teppichs in Reihen (auch genannt Raj) gemessen. Dabei wird die Anzahl der Knotenreihen auf einer Länge von 7 cm gemessen. Ein Täbriz der Qualität 35 hat eine ungefähre Knotendichte von 300.000 Knoten pro m². 50 Raj sind ca. 500.000 bis 600.000 Knoten pro m². In der Klasse der 60 Raj Täbriz kommen die Teppiche auf 55 bis 60 Knotenreihen, was einer Knotendichte von ca. 750.000 bis 900.000 Knoten pro m² entspricht. Höchste Qualität mit 70 Raj ist sehr selten und bedeutet eine Knotendichte von 1 Mio. Knoten pro m² oder höher.

 

5. Was bedeutet bei einem Nain Teppich die Bezeichnung 12, 9, 6 oder 4 La?

Bei einem Nain Teppich wird die Feinheit anhand der Anzahl der Fadenschichten pro Kettfaden beschrieben. Je geringer die Zahl, desto feiner ist die Knüpfqualität des Nain Teppichs. Die La eines Nain lassen sich sehr leicht kontrollieren, indem man die Fäden einer Teppichfranse zählt. Ein Nain mit 12 La hat eine Kette, die aus 12 Grundfäden mit ca. 150.000 - 250.000 Knoten/qm besteht. Ein Nain 9 La hat eine feinere Struktur mit ca. 350.000 - 550.000 Knoten/qm. Nain 6 La ist einer der feinsten Perserteppiche. Die Knüpfdichte liegt bei ca. 850.000 - 1.200.000 Knoten/qm. Auch extrem feine 4 La Nain sind zu finden. Die meisten Nain stammen bis heute aus dem Ost-Iran.

Zu Perserteppichen gibt es mehr Geschichte und Interessantes als man auf dem ersten Blick glauben zu scheint. Es steckt eine unglaublich alte Traditionskultur, viele Verstrickungen und historische Entwicklung im Thema Orientteppiche. Verfolgen Sie unsere Blogs für mehr Interessante Themen rund um Orientteppiche. Knots Of Love!


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